Alexander Reich, Leiter der Akademie für integrative Traumatherapie wurde in beiden Methoden umfangreich ausgebildet. Er war mehrere Jahre von David Grand ernannter Brainspotting Trainer und hat diese Methode ingesamt 10 Jahre in vielen internationalen Seminaren gelehrt, bevor er sich entschloss, seine eigenen Erfahrungen, die er in Anwendung und Lehre gemacht hat, in einem integrativen Ansatz zusammenfließen zu lassen. Das Fundament dieses Ansatzes ist weiterhin „Brainspotting nach David Grand“. Das Modell wird im zweiten Modul zusätzlich durch Elemente des EMDR ergänzt. Diese Ergänzung ist nicht beliebig sondern fundiert auf wesentlichen Grundsätzen beider Methoden, die sich hervorragend vereinen lassen. Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden Sie auf dieser Seite.
Primäre Grundlage ist die Arbeit über die bewusste Blickrichtung, die eine emotionale Regulation ermöglicht, wahlweise mit Fokus auf das zu verarbeitende Thema oder auf innere Ressourcen. Der Ansatz basiert auf der Erkenntnis, dass unsere Blickrichtung beeinflusst, wie stark wir uns emotional und physiologisch mit einem belastenden (oder auch erfreulichen) Thema verbinden. Unverarbeitete, tief im impliziten Gedächtnis verborgene Erfahrungen können über die Augenposition (re-)aktiviert und verarbeitet werden. Es wird angenommen, dass der Punkt auf den die Klient:innen bei der Verarbeitung schauen, eine entsprechende Aktivierung in den Hirnregionen bewirkt, in denen das zu verarbeitende Erlebnis gespeichert ist.
Das „nach Außen schauen“ bewirkt zugleich ein kontrolliertes „nach Innen schauen“. In Achtsamkeit schaut die/der Klient:in auf einen Punkt (meistens ein Teleskopstab, den die/der Therapeut:in im Raum hält) und erlebt gleichzeitig, im Inneren, einen Prozess der Verarbeitung. Das Schauen auf den Stab hilft, bei emotional belastenden Themen – ähnlich wie die Screening Technik-, eine innere Distanzierung zum Thema zu erreichen. Diese verhindert, emotional überflutet zu werden. Dadurch wird das Beobachten der eigenen Emotionen erleichtert, statt mit ihnen zu verschmelzen. .
So wie es Blickrichtungen gibt, die uns mit den emotional belastenden Themen verbindet, kann eine entsprechende Blickrichtung uns auch unterstützen, uns mit angenehmen, ressourcenhaften Gefühlen tiefer zu verbinden. Diese Blickrichtung ermöglicht zum einen ein Pausieren von den emotional herausfordernden Themen, zum anderen bietet sie im wahrsten Sinne des Wortes eine andere Perspektive auf das Thema. Einen Blick aus einem ressourcenhafteren Zustand heraus, was die Bereitschaft erhöht, dann auch wieder tiefer in das Thema einzusteigen.
Dadurch ist die Methode hervorragend geeignet zur Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen und hat in diesem Bereich ihr primäres Anwendungsfeld. Sie bietet einen äußerst schonende Verarbeitung belastender Themen.
Spannend ist in diesem Zusammenhang auch dieser Artikel über die historischen Vorläufer des Brainspotting.
An der Akademie für integrative Traumatherapie wird Neurovisuelle Traumatherapie in 3 Modulen vermittelt. Diese verteilen sich auf 2 Seminare á 3 Tagen plus 1 Seminar á 2 Tage mit insgesamt 69 UE. Am 6. Tag zeige ich, wie Elemente des EMDR in die Arbeit mit Brainspotting integriert werden können.
Ab Modul 1 sollte mit der Dokumentation von Fällen begonnen werden, da ab Modul 2 Supervision in den Seminaren stattfindet. Auch werden die Techniken noch einmal frei geübt, ohne von didaktischen Aspekten beschränkt zu sein. Und wir gehen ausführlich auf Fälle und eventuelle Schwierigkeiten in der Arbeit ein.