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Trauma und Sexualität

03.-04.08.2019
Seminarleitung: Dr. med. Melanie Büttner und Karin Paschinger
Seminarort: wird noch bekannt gegeben
Seminarzeiten: Samstag 09.30-18.30 Uhr, Sonntag 09.30-15.30Uhr

Wer ein Trauma erlebt hat, hat später oft auch in der Sexualität mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Vor allem Beziehungstraumatisierungen können die psychosexuelle Entwicklung empfindlich stören – und zwar insbesondere dann, wenn sexuelle Gewalt im Spiel war. Aversive Gefühle, Intrusionen, Dissoziation und vielfältige Körperbeschwerden wie z. B. Schmerzen, Empfindungslosigkeit und sexuelle Funktionsstörungen lassen intime Begegnungen zu schwer erträglichen Erfahrungen werden, die entweder vermieden oder auf selbstschädigende Weise erduldet werden. Auf der anderen Seite kann es bei Betroffenen von sexueller Gewalt auch zu sexuellem Risiko- und Suchtverhalten kommen. Partnerschaftprobleme, Trennungen, Einsamkeit, seelische Krisen und schwere körperliche Erkrankungen zählen zu den möglichen Folgen. Die Ressource Sexualität als Möglichkeit Verbundenheit, Lebendigkeit und Sinnlichkeit zu erleben, ist für viele Betroffene nicht zugänglich.

Gleichzeitig haben nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Therapeuten oft Berührungsängste, wenn es darum geht, die Sexualität zum Thema in der Therapie zu machen. Dahinter stehen nicht selten Befürchtungen, es könne zu psychischen Destabilisierungen kommen, wenn man sich der Sexualität näher zuwende. Zusammen mit der Unsicherheit, wie mit diesem tabuisierten Thema in der Psychotherapie umzugehen ist, wird eine solche Sorge leicht zum Hemmnis für Weiterentwicklung und paradoxerweise auch für dauerhafte Stabilisierung. Zusätzlich fehlt es zumeist an geeigneten therapeutischen Werkzeugen.

Unter welchen psychischen, körperlichen und interpersonellen sexuellen Problemen leiden Betroffene von sexueller Gewalt? Gibt es behutsame und sichere Wege, das Thema Sexualität in die Behandlung zu integrieren?

In diesem Workshop vermitteln wir

  • Grundlagenwissen zu sexuellen Störungen nach traumatischen Erfahrungen
  •  Know-how für die traumasensible Sexualanamnese und Diagnostik
  • einen therapeutischen Ansatz, der Elemente aus der Trauma-, Sexual-, Körper- und systemischen Therapie verbindet

Zahlreiche Fallbeispiele, Videodokumentationen und Selbsterfahrungsanteile ergänzen die praxisnahe Informationsvermittlung.

Der Workshop richtet sich an Personen in therapeutischen und beraterischen Berufen, wie z. B. psychotherapeutisch tätige PsychologInnen, ÄrztInnen, SozialpädagogInnen und HeilpraktikerInnen, aber auch an SexualtherapeutInnen, SexualberaterInnen, KörpertherapeutInnen und PhysiotherapeutInnen.

Anmeldebogen

 

Literatur:

Büttner, M. (Hrsg.). Sexualität und Trauma – Grundlagen und Therapie traumaassoziierter sexueller Störungen. Schattauer/Klett-Cotta, 2018.

Referentinnen:

Dr. med. Melanie Büttner ist langjährige Mitarbeiterin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar (TU München). Sie betreut die Sprechstunde für sexuelle Störungen und arbeitet ambulant und teilstationär mit traumatisierten Menschen am Thema Sexualität. Im ZEIT-ONLINE-Podcast „Ist das normal?“ beantwortet sie wöchentlich Fragen rund um das Thema Sexualität. Weitere Informationen: www.melanie-buettner.de

Karin Paschinger ist seit 1995 am Klinikum rechts der Isar beschäftigt. Seit 2006 ist sie in der Psychosomatischen Klinik im Einsatz, wo sie traumatisierte Patient*innen körper- und schmerztherapeutisch begleitet. Ihre Arbeit basiert auf der Feldenkrais-Methode und integriert neben osteopathischen Techniken auch individuelle physiotherapeutische Elemente wie z. B. Beckenbodentherapie, manuelle Therapie, physikalische Medizin und neurokognitive Rehabilitation nach Prof. C. Perfetti. Mit ihrer traumasensiblen Vorgehensweise unterstützt sie Betroffene von sexueller Gewalt dabei, körperliche und seelische Beschwerden zu lindern und einen positiven Zugang zu ihrer eigenen Sexualität zu entwickeln.

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Akademie für integrative Traumatherapie