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Trauma und Sexualität

23.-25.11.2023

Seminarleitung: Dr. med. Melanie Büttner und Karin Paschinger
Seminarort: online
Seminarzeiten: Donnerstag 09.00-17.00 Uhr, Freitag 09.00-17.00Uhr, Samstag 9.00-17.00Uhr

Wer sexuelle Gewalt erlitten hat, hat oft Jahre später noch mit den Folgen für die eigene Sexualität zu kämpfen. Berührungen und Nähe lassen belastende Erinnerungen lebendig werden. Angst, Ohnmacht, Fluchtimpulse und Erstarrung machen hilflos. Ekel und Schmutzgefühle verstören ebenso wie ungewollte Erregung oder Gewaltfantasien. Die Vagina verengt sich zum Schutz und tut weh, während der übrige Körper nichts spürt. Der Geist schaltet ab. Nicht immer ist hinterher klar, was beim Sex geschah. Auch weil sie ihre Bedürfnisse kaum spüren oder äußern können, sind viele Betroffene schutzlos. Grenzen und Gefahren zu erkennen, fällt ihnen schwer – weitere belastende Erfahrungen und Reviktimisierungen sind die Folge. Während manche Betroffene Sex deshalb lieber aus dem Weg gehen, wollen andere ihn unbedingt, weil sie sich menschliche Zuwendung erhoffen und Alleinsein nicht ertragen. Pornos und digitale Sexkontakte bergen besondere Risiken für die Betroffenen. Oft sind die Partner*innen von Betroffenen ebenfalls verunsichert und belastet.

Das interaktive Online-Seminar findet über Zoom statt.

Tag 1 und 2: Sexual- und Traumatherapie mit Melanie Büttner 

  • Sexuelle Traumafolgen
  • Gesprächsführung, Anamnese und Diagnostik
  • Traumasensible Sexualtherapie: Die Arbeit stärkt Betroffene in ihrer sexuellen Selbstfürsorge und Selbstbestimmung und lindert belastendes Wiedererleben und Dissoziation. Die Partner*innen werden dabei intensiv miteinbezogen.

Die Vortragsteile werden aufgelockert durch …

  • Video-Fallvorstellung 
  • Kleingruppenarbeit in Breakout-Sessions 
  • Diskussion
  • Selbsterfahrung
  • Gastbeitrag von Nadine, einer Betroffenen, die selbst sexuelle Gewalt erlebt hat und aus ihrer persönlichen Entwicklung berichtet 
  • Gastbeitrag von Theresa Lachner zu sexueller Gewalt in Partnerschaften: https://theresalachner.de/

Tag 3: Körpertherapie mit Karin Paschinger 

  • Körperschmerzen und -dissoziation nach sexueller und körperlicher Gewalt 
  • Traumasensible Körpertherapie: Eine Feldenkrais-basierte Arbeit, die Betroffenen dabei hilft, sich und ihre Grenzen zu spüren, Verspannungen und Schmerzen zu lösen, Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeit zu erleben und traumatische Erinnerungen zu verarbeiten. 

Die Vortragsteile werden aufgelockert durch …

  • Video-Fallvorstellung  
  • Live-Fallvorstellung mit Nadine, die aus ihrer Körpertherapie berichtet
  • Demonstration von Körperübungen
  • Körpertherapeutische Selbsterfahrung 
  • Diskussionsrunden

Wir freuen uns schon sehr auf Sie und auf ein spannendes Seminar!

Dieses Seminar richtet sich an Personen in therapeutischen und beraterischen Berufen (auch in Ausbildung).

Referentinnen: 

Dr. med. Melanie Büttner ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Sexualtherapeutin/-medizinerin (DGfS), Traumatherapeutin und Supervisorin. Nach 14 Jahren am Münchener Universitätsklinikum rechts der Isar ist sie heute Inhaberin der Praxis und des Instituts für Sexual-, Psycho- und Traumatherapie und als freie Wissenschaftlerin tätig. Melanie Büttner ist Autorin und Herausgeberin mehrerer Bücher und Macherin des ZEIT-ONLINE-Podcasts „Ist das normal?“, für den sie für den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus nominiert wurde.

Karin Paschinger ist seit 1995 am Klinikum rechts der Isar beschäftigt. Seit 2006 ist sie in der Psychosomatischen Klinik im Einsatz, wo sie traumatisierte Patient*innen körper- und schmerztherapeutisch begleitet. Ihre Arbeit basiert auf der Feldenkrais-Methode und integriert neben osteopathischen Techniken auch individuelle physiotherapeutische Elemente wie z. B. Beckenbodentherapie, manuelle Therapie, physikalische Medizin und neurokognitive Rehabilitation nach Prof. C. Perfetti. Mit ihrer traumasensiblen Vorgehensweise unterstützt sie Betroffene von sexueller Gewalt dabei, körperliche und seelische Beschwerden zu lindern und einen positiven Zugang zu ihrer eigenen Sexualität zu entwickeln.

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Akademie für integrative Traumatherapie