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Trauma und Sexualität

05.-06.11.2021 oder 05.-07.11.2021 inkl. Praxis und Supervision

Seminarleitung: Dr. med. Melanie Büttner und Karin Paschinger
Seminarort: online
Seminarzeiten: Freitag 09.30-18.30 Uhr, Samstag 09.30-15.30Uhr, Sonntag 09.30-17.30Uhr

Wer sexuelle Gewalt erlitten hat, hat oft Jahre später noch mit den Folgen für die eigene Sexualität zu kämpfen. Berührungen und Nähe lassen belastende Erinnerungen lebendig werden. Angst, Ohnmacht, Fluchtimpulse und Erstarrung machen hilflos. Ekel und Schmutzgefühle verstören ebenso wie ungewollte Erregung oder Gewaltfantasien. Die Vagina verengt sich zum Schutz und tut weh, während der übrige Körper nichts spürt. Der Geist schaltet ab. Nicht immer ist hinterher klar, was beim Sex geschah. Auch weil sie ihre Bedürfnisse kaum spüren oder äußern können, sind viele Betroffene schutzlos. Grenzen und Gefahren zu erkennen, fällt ihnen schwer – weitere belastende Erfahrungen und Reviktimisierungen sind die Folge. Während manche Betroffene Sex deshalb lieber aus dem Weg gehen, wollen andere ihn unbedingt, weil sie sich menschliche Zuwendung erhoffen und Alleinsein nicht ertragen. Pornos und digitale Sexkontakte bergen besondere Risiken für die Betroffenen. Auch Sexsucht kommt vor. Oft sind die Partner*innen von Betroffenen ebenfalls verunsichert und belastet.

Das interaktive Online-Seminar findet über Zoom statt.

Tag 1 und 2

  • Wissen zu sexuellen Traumafolgen
  • Know-how für die Gesprächsführung, Anamnese und Diagnostik
  • ein Behandlungskonzept, das Elemente aus der Trauma-, Sexual-, Paar- und Körpertherapie verbindet. Die Arbeit stärkt Betroffene in ihrer sexuellen Selbstfürsorge und Selbstbestimmung und lindert belastendes Wiedererleben und Dissoziation. Die Partner*innen werden dabei intensiv miteinbezogen.

Die Vortragsteile werden aufgelockert durch …

  • Fallvorstellung per Video 
  • Live-Fallvorstellung mit Nadine, einer Betroffenen, die selbst sexuelle Gewalt erlebt hat und aus ihrer Therapie berichtet
  • Kleingruppenarbeit in Breakout-Sessions 
  • Diskussionsrunden
  • Sexual- und körpertherapeutische Selbsterfahrung
  • Gastbeitrag von Theresa Lachner zu sexueller Gewalt in Partnerschaften: https://theresalachner.de/

Tag 3 (optional zubuchbar)

  • Supervision mitgebrachter Fälle der Seminarteilnehmer*innen
  • Übungen zur Vertiefung des Gelernten
  • Nadine erklärt, was ihr am besten geholfen hat, demonstriert kleine körpertherapeutische Interventionen für die Praxis und diskutiert mit 

Wir freuen uns schon sehr auf Sie und auf ein anregendes Seminar!

Referentinnen:

Melanie Büttner ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Sexualtherapeutin, -medizinerin und Supervisorin (DGfS) und Traumatherapeutin. Nach langjähriger Tätigkeit am Münchener Universitätsklinikum rechts der Isar arbeitet sie nun in eigener Praxis. Sie ist Autorin und Herausgeberin mehrerer Bücher und podcastet für ZEIT ONLINE über Sexualität.
Literatur: „Sexualität und Trauma“, „Handbuch Häusliche Gewalt“ und „Ist das normal? Lass uns über Sex sprechen, wie du ihn willst“.

Karin Paschinger ist seit 1995 am Klinikum rechts der Isar beschäftigt. Seit 2006 ist sie in der Psychosomatischen Klinik im Einsatz, wo sie traumatisierte Patient*innen körper- und schmerztherapeutisch begleitet. Ihre Arbeit basiert auf der Feldenkrais-Methode und integriert neben osteopathischen Techniken auch individuelle physiotherapeutische Elemente wie z. B. Beckenbodentherapie, manuelle Therapie, physikalische Medizin und neurokognitive Rehabilitation nach Prof. C. Perfetti. Mit ihrer traumasensiblen Vorgehensweise unterstützt sie Betroffene von sexueller Gewalt dabei, körperliche und seelische Beschwerden zu lindern und einen positiven Zugang zu ihrer eigenen Sexualität zu entwickeln.

Bei Buchung aller drei Tage reduziert sich der Gesamtpreis.

Anmeldebogen 05.-06.11.

Anmeldebogen 07.11.

Anmeldebogen 05.-07.11.

Akademie für integrative Traumatherapie